Alfred Grünstäudl
ist Vermögensberater & Steurberater und berät Privatkunden und Unternehmen in Sachen Geldanlage, Pensionvorsorge, Wohnbaukredit, ...
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Staatliche Pensionsvorsorge

Das österreichische Pensionssystem basiert nicht auf einem Kapitaldeckungssystem, bei dem die Beiträge, die man einzahlt, angespart werden und dann bei Pensionsantritt wieder ausgeschüttet werden, sondern auf der Grundlage eines Umlagesystems. Hierbei werden die Pensionsversicherungsbeiträge der heute aktiv im Erwerbsleben stehenden Personen sofort für die Zahlung der Renten unserer heutigen Pensionisten verwendet.

Als heutige Beitragszahler müssen wir uns demnach darauf verlassen, dass künftige Generationen bereit sind, durch ihre Pensionsversicherungsbeiträge weiterhin unsere Pensionen zu bezahlen. Die Frage ist, ob sich künftige Generationen diese Beiträge leisten können. Dazu muss man sich ansehen, ob das heutige System überhaupt in seinem jetzigen Ausmaß in der Zukunft finanzierbar sein wird oder nicht:

Betrachtet man, wie sich die Anzahl der Geburten in Österreich entwickelt hat, so erkennt man, dass immer weniger junge Beitragszahler nachkommen. Diese weniger werdenden Beitragszahler sollen nun das Pensionseinkommen für eine steigende Anzahl von Pensionisten sichern. Daher müsste dann jeder einzelne Aktive einen deutlich höheren Beitrag als heute leisten, wenn man die Pensionen in ihrer jetzigen Höhe aufrechterhalten möchte.

Die zweite Gefahr für ein Umlagesystem entsteht aus einer an sich erfreulichen Tatsache, nämlich der Feststellung, dass die Lebenserwartung in Österreich in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist. Für das Pensionssystem bringt dieser Anstieg jedoch ein gravierendes Problem mit sich, weil man von einer wesentlich längeren Rentenzahlungsdauer ausgehen muss als bisher.

Ein drittes Problem für das Umlagesystem ergibt sich aus einer weiteren gesellschaftlichen Entwicklung in Österreich. In den letzten Jahrzehnten war immer mehr der Trend zur Verkürzung der Lebensarbeitszeit bemerkbar. Man tritt später ins Erwerbsleben ein und geht früher in Pension. Der spätere Eintritt ist hauptsächlich bedingt durch eine verstärkte schulische Ausbildung. Immer weniger Jugendliche treten direkt nach der Pflichtschule ins Berufsleben ein, ein großer Teil nützt den Bogen an schulischer Weiterbildung oder besucht sogar eine Universität oder Fachhochschule. Der Zeitraum, ab dem also tatsächlich Beiträge in das Pensionssystem bezahlt werden, schiebt sich immer weiter nach hinten.

Das vierte Problem für unser jetziges Pensionssystem ist die Entwicklung hin zu einer immer geringer werdenden Erwerbstätigkeit älterer Menschen. Anfang des 20. Jahrhunderts stand etwa die Hälfte aller über 65-jährigen Männer noch im Erwerbsleben, heute jedoch kaum noch jemand. Der frühere Pensionsantritt ist vor allem ein Phänomen, das in Österreich ganz besonders ausgeprägt ist.

Fazit: Aufgrund dieser Entwicklungen ist klar, dass Pensionen in ihrer heutigen Höhe mit Sicherheit nicht beibehalten werden können. Sowohl eine betriebliche als auch eine private Pensionsvorsorge werden demnach immer wichtiger.